Abrechnungsmodelle bei der Kreditkarte

Ein ganz interessanter Aspekt, den zahlreiche Kunden bezüglich der angebotenen Kreditkarten gar nicht bewusst im Auge haben, sind die unterschiedlichen Abrechnungsarten. Am Markt finden sich derzeit vier unterschiedliche Abrechnungsvarianten, nämlich:

  • Charge-Card
  • Debit-Card
  • Credit-Card
  • Prepaid-Card

Bei diesen Abrechnungsarten ist es so, dass diese sich vorrangig darin unterscheiden, wann die Belastung der mit der Kreditkarte vorgenommen Verfügungen auf dem Girokonto des Kunden stattfindet und ob der Karteninhaber einen Verfügungsrahmen nutzen kann. Bei vielen Kreditkartenangeboten ist es nicht auf den ersten Blick ersichtlich, um welche Abrechnungsvariante es sich im Detail handelt. Daher sollten Kunden durchaus beim Emittenten nachfragen, auf welche Art die Abrechnung der vorgenommen Verfügungen durchgeführt werden.

Charge-Card als am häufigsten genutzte Abrechnungsvariante

Voraussichtlich besitzen auch Sie eine sogenannte Charge-Card, wenn es um die Abrechnungsvariante Ihrer Kreditkarte geht. Statistisch betrachtet sind die weitaus meisten Kreditkarten, die in Deutschland im Umlauf sind, solche Charge-Cards. Das wesentliche Merkmal besteht bei derartigen Kreditkarten bezüglich der Abrechnung darin, dass diese im Zuge einer monatlichen Kartenabrechnung vorgenommen wird. Dies bedeutet, die mit der Kreditkarte vorgenommenen Verfügungen werden zunächst einmal gesammelt, in der monatlich erstellten Kreditkartenabrechnung aufgeführt und dann in einer Summe dem Girokonto des Kunden belastet.

Die Charge-Card beinhaltet also automatisch, dass dem Kunden ein bestimmter Zahlungsaufschub gewährt wird. Da die Abrechnung meistens ein bis zwei Wochen Vorlaufzeit hat, kann der Karteninhaber im Idealfall ein Zahlungsziel von bis zu sechs Wochen nutzen. Wird also beispielsweise heute mit der Kreditkarte eine Verfügung vorgenommen, so kann es durchaus sein, dass die Belastung auf dem Girokonto erst in vier oder fünf Wochen stattfindet. Die Charge-Card ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Kunde ein Girokonto hat, bei dem jeder einzelne Buchungsposten berechnet wird. Da sämtliche Verfügungen innerhalb eines Abrechnungszeitraumes nur mit einem Betrag belastet werden, findet auf dem Girokonto demzufolge lediglich eine Buchung statt.

Die wichtigsten Eigenschaften der Abrechnungsvariante Charge-Card im Überblick:

  • Kreditkartenabrechnung einmal monatlich
  • Belastung aller Verfügungen in einer Summe auf dem Girokonto
  • Kreditrahmen nutzbar
  • Zahlungsziel von bis zu 5-6 Wochen

Die Debit-Card für Kunden mit durchschnittlicher oder geringer Bonität

Die sogenannte Debit-Card ist eine Abrechnungsvariante, mit der meistens bestimmte Kreditkarten ausgestattet sind, die sich im Bereich der Classic- bzw. der Standard-Kreditkarten bewegen. Im Unterschied zur Charge-Card ist es bei der der Debit-Card als Abrechnungsvariante so, dass mit der Kreditkarte vorgenommenen Verfügungen umgehend dem Girokonto belastet werden. Es findet also keine Ansammlung von Beträgen statt, sondern die Belastung auf dem Konto des Karteninhabers wird meistens innerhalb von 2-4 Tagen nach Einsatz der Kreditkarte vorgenommen. Diese Tatsache führt dazu, dass der Karteninhaber kein größeres Zahlungsziel eingeräumt bekommt, was meistens bei Kunden mit einer nicht so guten Bonität der Fall ist. Da die Debit-Card als Abrechnungsvariante mittlerweile in vielen Fällen von der Prepaid-Card abgelöst wurde, findet man derartige Kreditkarten nur noch relativ selten vor.

Die wichtigsten Eigenschaften der Abrechnungsvariante Debit-Card im Überblick:

  • sofortige Abrechnung über erfolgte Verfügungen
  • kein Zahlungsziel nutzbar
  • jede Verfügung wird Girokonto als Einzelbuchung belastet
  • wenig nachgefragte Abrechnungsvariante

Credit-Card für Kunden mit sehr guter Bonität

Die Abrechnungsvariante Credit-Card wird auch als echte Kreditkarte bezeichnet. Die grundlegende Eigenschaft der Abrechnungsmethode besteht darin, dass der Karteninhaber auch hier ein bestimmtes Kreditlimit eingeräumt bekommt, sich aber für eine unbegrenzte Dauer innerhalb dieses Limits bewegen kann. Dies bedeutet, es findet nicht zwangsläufig eine monatlichen Kartenabrechnung statt, sondern die Belastung erfolgt erst dann, wenn sich entweder eine bestimmte Gesamtsumme angesammelt oder der Kunde mit seiner Bank eine Mindestrückführung vereinbart hat.

Demzufolge ist das Zahlungsziel bei der Kreditkarte unter Umständen nochmal erheblich größer als es bei der Charge-Card der Fall ist. Meistens wird zwischen Kunde und Bank vereinbart, dass das zugesagte Kreditlimit ohne zeitliche Befristung genutzt werden kann, jedoch eine Mindestrückführung vorgenommen wird. Diese könnte beispielsweise vorsehen, dass monatlich mindestens fünf oder zehn Prozent der auf dem Kreditkartenkonto offenen Summe zurückgeführt werden müssen. Aufgrund des langfristigen Zahlungsziels und des häufig hohen Kreditlimit sind Kreditkarten mit der Abrechnungsform Credit-Card häufig besonders für vermögendere Kunden mit einer sehr guten Bonität geeignet.

Die wichtigsten Eigenschaften der Abrechnungsvariante Credit-Card im Überblick:

  • keine festen Abrechnungszyklen
  • meistens hohe Kreditlimits
  • eventuell Mindestrückführung vereinbart
  • für vermögende Privat- oder Geschäftskunden

Prepaid-Card als besondere Abrechnungsvariante

Die vierte Abrechnungsvariante, die es heutzutage im Kreditkartenbereich gibt, ist die an anderer Stelle bereits erwähnte Prepaid-Kreditkarte. Die Abrechnung selbst ist hier ähnlich wie bei der Debit-Card, denn jede mit der Kreditkarte vorgenommen Verfügung wird in der Regel umgehend belastet. Allerdings gibt es bei der Prepaid-Card kein Kreditlimit, sondern Verfügungen können nur dann erfolgen, falls sich ein ausreichendes Guthaben auf dem Kreditkartenkonto befindet. Manche Banken versehen die Prepaid-Kreditkarte mittlerweile auch mit einer monatlichen Kartenabrechnung, was für den Emittenten kein finanzielles Risiko darstellt, da Kunden mit der Prepaid-Card ohnehin nur aus dem Guthaben heraus Verfügungen veranlassen können.

Die wichtigsten Eigenschaften der Abrechnungsvariante Prepaid-Card im Überblick:

  • kein Kreditlimit, Verfügung nur aus Guthaben heraus
  • oftmals sofortige Verrechnung der Verfügungen
  • heutzutage teilweise auch mit monatlicher Abrechnung

Die Unterschiede der verschiedenen Abrechnungsarten sind einerseits zwar deutlich, andererseits für zahlreiche Kreditkarteninhaber nicht unbedingt ausschlaggebend dafür, für welche Kreditkarte sie sich entscheiden. Hier sind es vor allen Dingen die Leistungen und auch Kosten, die einen deutlich größeren Stellenwert bei der Entscheidung für oder gegen einen Anbieter haben.