Die unterschiedlichen Kreditkarten-Varianten im Überblick

Kreditkarten werden heutzutage von nahezu allen Banken und vielen anderen Unternehmen angeboten, die bezüglich der Verwendung der Karte mit einem Kreditinstitut kooperieren. Dabei können sämtliche am Markt angebotenen Kreditkarten in diverse Gruppen unterteilt werden. Zu nennen sind hier insbesondere die folgenden drei Kreditkarten-Varianten:

  • Classic- bzw. Standard-Kreditkarten
  • Premium-Kreditkarten
  • Prepaid-Kreditkarten

Classic- bzw. Standard-Kreditkarte als Basisvariante

Wer erstmals eine Kreditkarte nutzt, der möchte in den meisten Fällen vor allem die angebotenen Zahlungsverkehrsoptionen in Anspruch nehmen. Konkret heißt das, die Kreditkarte soll beispielsweise im Urlaub zum bargeldlosen Zahlen eingesetzt werden oder dient dazu, sich an entsprechenden Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Darüber hinaus wünschen sich viele Kunden beim Einsatz der Kreditkarte möglichst geringe Kosten und möchten im besten Fall keine fixen Jahresgebühren zahlen. Unter diesen Voraussetzungen ist es insbesondere die Classic- bzw. Standard-Kreditkarte, die für solche Kunden bestens geeignet ist. Solche Basis-Kreditkarten werden von allen Kreditkarten-Emittenten, also vor allem von Mastercard, Visa und American Express, angeboten. Grundsätzlich sind es die folgenden Eigenschaften und Merkmale, durch die sich Standard – bzw. Classic-Kreditkarten auszeichnen können:

  • oftmals geringe oder gar keine Jahresgebühr
  • Hauptleistung besteht in den Zahlungsverkehrsfunktionen
  • meistens keine Zusatzleistungen
  • bargeldlose Zahlung, Verfügung am Geldautomaten und Einsatz im Internet
  • Kreditlimit wird zur Verfügung gestellt

Premium-Kreditkarten für anspruchsvolle Kunden

Eine Art zweite Stufe von Kreditkarten stellen die sogenannten Premium-Cards dar. Dabei handelt es sich um Kreditkarten, die neben den üblichen Zahlungsverkehrsfunktionen noch mit weiteren Leistungen sowie speziellen Services ausgestattet sind. In diesem Segment ist es ebenfalls nahezu jeder Kreditkartenemittent, der als Alternative zur Basis-Kreditkarte auch eine solche Premium-Variante anbietet, die es meistens in mehreren Versionen gibt. Zu den typischen Premium-Kreditkarten, die am Markt angeboten werden, gehören unter anderen:

  • Gold-Cards
  • Platinum- bzw. Platin-Cards
  • BlackCards

Bei nahezu allen Premium-Kreditkarten ist es so, dass die Kunden – im Gegensatz Prepaid- und dem meisten Classic-Kreditkarten – bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Diese Bedingungen sehen beispielsweise vor, dass der Karteninhaber über ein bestimmtes Einkommen verfügt oder Vermögenswerte vorweisen kann, sodass seine Bonität als gut einzustufen ist. Meistens sind Premium-Kreditkarten darüber hinaus mit einem erweiterten Kreditlimit ausgestattet und sie verfügen vor allen Dingen über zusätzliche Leistungen, die bei den Standard- bzw. Classic-Varianten nicht genutzt werden können. Als Zusatzleistungen werden bei vielen Premium-Kreditkarten insbesondere die folgenden Services und Leistungen angeboten:

  • verschiedene Reiseversicherungen
  • Bonusprogramme
  • Rabatte
  • persönlicher Kundenservice
  • VIP- bzw. Concierge-Service

Premium-Kreditkarten sind zum Teil deutlich teurer als Classic- und Prepaid-Kreditkarten, was die jährlich zu zahlende Gebühr angeht. Auf der anderen Seite können Karteninhaber dafür aber auch über umfangreiche Leistungen verfügen, die über das normale Maß hinausgehen. Letztendlich muss jeder Kunde allerdings selbst entscheiden, ob ihm zusätzliche Leistungen eine teilweise deutlich höhere Jahresgebühr wert sind. Besonders geeignet sind Premium-Kreditkarten oftmals für Geschäftskunden oder vermögende Privatkunden, die sich aus dienstlichen oder privaten Gründen häufig im Ausland aufhalten.

Prepaid-Kreditkarte als neueste Variante

Die dritte Kreditkartenvariante im Bunde, die noch vergleichsweise neu ist, ist die sogenannte Prepaid-Kreditkarte. Diese grenzt sich insofern von den Standard- und Premium-Kreditkarten ab, als dass der Karteninhaber kein Limit zur Verfügung gestellt bekommt. Im Umkehrschluss heißt dies, dass Prepaid-Kreditkarten in Bezug auf das Kreditkartenkonto nicht überzogen werden können. Stattdessen hat der Karteninhaber ausschließlich die Möglichkeit, aus dem vorhandenen Kartenguthaben heraus Verfügungen vorzunehmen und Zahlungen zu leisten.

Diese Besonderheit der Prepaid-Kreditkarte führt auch dazu, dass die Ausgabe an nahezu jeden Kunden möglich ist. Prepaid-Kreditkarten sind also nicht mehr an die Bonität des Karteninhabers geknüpft, wie es bei den meisten anderen Kreditkartenvarianten der Fall ist. Diese Tatsache mag für viele Verbraucher zunächst einmal nach einem Nachteil klingen, kann allerdings auch Vorteile beinhalten. So beinhaltet die Prepaid-Kreditkarte eine hohe Kostenkontrolle, denn der Kunde kann erst gar nicht in Versuchung geraten, Verfügungen vorzunehmen, die sein Kontoguthaben überschreiten. Darüber hinaus ist bei eventuellem Kartenmissbrauch natürlich die Gefahr geringer, dass besonders hohe Beträge mit der Kreditkarte verfügt werden.

Zusammengefasst zeichnet sich die Prepaid-Kreditkarte insbesondere durch die folgenden Eigenschaften aus:

  • Verfügungen ausschließlich aus dem Guthaben heraus
  • für jeden Kunden geeignet
  • keine Bonität notwendig
  • Ausgabe häufig an Auszubildende, Studenten oder Geringverdiener
  • Kreditkarten für besondere Personengruppen

Neben den drei zuvor genannten Kartenvarianten geben viele Banken mittlerweile speziell ausgestattete Kreditkarten an bestimmte Personengruppen aus. So erhalten beispielsweise Studenten oder auch Auszubildende individuell ausgestattete Kreditkarten, die speziell auf diese Personengruppe zugeschnitten sind. So sind beispielsweise Kreditkarten für Studenten mit geringen Kosten oder sogar dem Wegfall der Jahresgebühr ausgestattet. Zudem kann der Kunde beispielsweise an Bonusprogrammen teilnehmen und auf diese Weise Prämien erhalten oder bestimmte Punkte sammeln. Die Tatsache, dass immer mehr Banken solche Kreditkarten für individuelle Personengruppen anbieten, untermauert den Trend, dass zunehmend auf die speziellen Bedürfnisse der Kunden eingegangen wird. Welche Ausstattungsmerkmale derartige Kreditkarten für besondere Personengruppen beinhalten, legt jeder einzelne Bank als Emittent den selbst fest.